Technikforum Industrial IoT

Deutsch-italienische Zusammen­arbeit für Digital-Twin-Technologien

Die deutsche Nutzerorganisation IDTA und der italienische Verband Federtec beabsichtigen in Zukunft zusammenzuarbeiten, um ein globales Ökosystem für interoperable industrielle Digitale Zwillinge und insbesondere die Verwaltungsschale (Asset Administration Shell, AAS) aufzubauen und zu etablieren. IDTA, die Industrial Digital Twin Association, entwickelt nach eigenen Angaben die Standards für Digitale Zwillinge für die gesamte Industrie. Federtec vertritt die italienische Industrie für mechatronische Technologien und Komponenten für Fluidtechnik, Kraftübertragung, intelligente Automatisierung und Steuerung von Industrieprodukten und -prozessen. Die AAS ist ein wesentlicher Bestandteil eines Digital Twins. Während ein Digital Twin eine virtuelle Nachbildung eines physischen Assets ist, die dessen Verhalten simulieren und analysieren kann, stellt die AAS das standardisierte Daten- und Kommunikationsmodell bereit, das diesen digitalen Zwilling ermöglicht.
Beide Organisationen zeichneten nach eigenen Angaben nun eine Absichtserklärung für Austausch und Bündelung der Kompetenzen. Nach Aussage der Partner sind die Mitglieder beider Kooperationspartner auf internationaler Ebene stark in der Standardisierung von Digitalisierungsprojekten engagiert und decken eine Vielzahl von Branchen ab. Damit seien sie beide ideal positioniert, um die industrielle Automatisierung voranzutreiben.

Folgende Aktivitäten sind den Angaben zufolge vereinbart:

  • Ausarbeitung von Themen, die für eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Organisationen von Interesse sind.
  • Austausch der Vertreter beider Organisationen bei Meetings und Veranstaltungen.
  • Teilnahme an gemeinsamen Aktivitäten zu ausgewählten Themen.
  • Abstimmung und Zusammenarbeit bei der Bereitstellung von Informationen und Materialien für die Öffentlichkeit.
  • Gemeinsame Promotionsaktivitäten, wie gemeinsame Pressemitteilungen oder die gegenseitige Teilnahme an Veranstaltungen der jeweils anderen Partei.
  • Austausch von Informationen und Publikationen sowie Ausrichtung gemeinsamer Themen.
  • Gegenseitige Berichterstattung über den aktuellen Stand und Abstimmung auf Führungsebene, um sicherzustellen, dass sich die Ansätze ergänzen und Doppelarbeit vermieden wird.

 

Die erste gemeinsame Maßnahme wurde laut den Partnern bereits vereinbart. Im März 2025 ist ein Workshop für Mitglieder beider Organisationen geplant, um Informationen über die Nutzung und die Vorteile der AAS auszutauschen. Dr. Matthias Bölke, Vorstandsvorsitzender der IDTA, erklärt: „Unser Ziel bei der IDTA ist es, die AAS für den gesamten Lebenszyklus eines jeden Assets in der Industrie zu etablieren und zu einem internationalen Standard zu machen.“ Die internationale Verbreitung ist nach Meinung von Bölke daher von entscheidender Bedeutung. „Wir arbeiten weltweit mit immer mehr Organisationen aus der Industrie zusammen. Wir freuen uns, diese Vereinbarung mit Federtec zu unterzeichnen und so ein breites Branchennetzwerk am italienischen Markt zu schaffen, um die Vorteile des AAS zu vermitteln, Akteure der Automatisierungsbranche mit ähnlichen Interessen zu vernetzen und die Expertise im Bereich Open-Source-Technologie zu stärken. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.“

 

Quelle und Bild: industrialdigitaltwin.org



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