Europa verfolgt das Ziel, kriti- sche Rohstoffe wie Lithium, Nickel oder Kobalt stärker im eigenen Wirtschaftskreislauf zu halten. Diese Metalle sind zentrale Bestandteile von Lithium-Ionen- Akkus und können mittels Recycling von Altbatterien zurückgewonnen werden. Batterierecycling schließt damit den Wan- del von der kleinen Sammelkiste hin zur gesamteuropäischen, industriepolitischen Schlüsselaufgabe ab. Ob die angestrebten Rückgewinnungs- raten erreicht werden, entscheidet sich jedoch nicht auf politischer Ebene, son- dern im chemischen Prozess. Metalle müssen selektiv gelöst, in hoher Reinheit getrennt und reproduzierbar zurückge- wonnen werden. In Europa etabliert sich dafür die hydrometallurgische Route: Sie erlaubt die gezielte Aufarbeitung der so- genannten Schwarzmasse aus der mecha- nischen Vorbehandlung von Altbatterien, die die relevanten Elektrodenmaterialien mit Lithium, Nickel, Kobalt und Man- gan enthält. Im Zentrum steht der Laugungsschritt. Hier müssen Temperatur, pH-Wert, Kon- zentration und Dosierung präzise aufein- ander abgestimmt werden. Eine stabile und reproduzierbare Prozessführung ist ohne leistungsfähige Messtechnik nicht möglich. Hydrometallurgie statt thermischer Prozesse Im Vergleich zum pyrometallurgischen Verfahren, bei dem Materialien bei sehr hohen Temperaturen verbrannt und ein- geschmolzen werden, arbeitet die Hy- drometallurgie in wässriger Phase. Ziel ist es, die in der Schwarzmasse enthalte- nen Metalle gezielt aus der festen Matrix herauszulösen und anschließend sorten- rein oder als definiertes Gemisch in hoher Ausbeute wieder auszufällen. Dies ist zu- gleich die Grundlage für die sogenannte pCAM-Produktion (Precursor Cathode Ac- tive Material), bei der ein exakt definier- tes Metallhydroxid-Gemisch als Vorstufe für neue Kathodenmaterialien hergestellt wird – ein Trend, der für Recycler höhere Margen verspricht, prozess- seitig jedoch deutlich anspruchs- voller ist, da die Metallverhältnisse präzise eingestellt werden müssen. Die führenden Prozessgrößen blei- ben dabei pH-Wert und Temperatur; die eingesetzte Messtechnik bleibt somit entscheidend. Gerade dieses Spannungsfeld aus Wunschprodukt und Ausbeute macht das Verfahren besonders anspruchsvoll. Der Laugungsschritt erfolgt typi- scherweise in gerührten Reaktoren, in denen aggressive Säuren oder Laugen auf die Schwarzmasse treffen. Schon geringe Abweichungen bei pH-Wert und Temperatur können die Ausbeute reduzieren oder die Produktqualität beeinträchtigen. Hinzu kommen me- chanische Belastungen durch abra- sive Feststoffanteile sowie chemische Beanspruchungen durch stark korro- sive Medien. Messtechnik garantiert Prozesssicherheit Hydrometallurgische Prozesse sind daher nicht nur chemisch komplex, sondern stellen auch hohe Anforde- rungen an die Anlagentechnik. Zur Überwachung der Anlagensicherheit kommen Temperatur-, Druck- und Füllstandsmessungen zum Einsatz. Bei der Temperaturmessung bie- ten sich Lösungen an, die ohne direk- ten Medienkontakt auskommen; sie schließen Leckagen aus und erhöhen die Lebensdauer der Sensorik. Druck- messgeräte mit keramischen Mess- membranen halten chemischer und mechanischer Belastung stand und ermöglichen eine zuverlässige Über- wachung von Leitungen und Pumpen. Die Kombination aus kontinuierlicher Füllstandsmessung mit Schaumer- kennung und Grenzschaltern sichert gegen Überlauf- oder Trockenlaufsi- tuationen ab. Prozesssicherheit bildet die Grund- lage für einen stabilen Anlagenbetrieb, mpk.felchner-medien.de 22 STECKBRIEF: FMRX0B Die Micropilotreihe FMR10B, FM- R20B und FMR30B ist für Flüssig- keiten und Feststoffe universell einsetzbar. Sie eignet sich für das Batterierecycling innerhalb der Circular Economy in nahezu allen Prozessschritten – von hydrome- tallurgischen Lager- und Prozess- behältern bis hin zu Feststoff- und Abwasseranwendungen. Dank be- rührungsloser 80-GHz-Radartech- nologie misst sie zuverlässig ohne direkten Kontakt zum Medium, selbst durch die Wände von IBC- Containern, was den Bedienauf- wand und Kontaminationsrisiken reduziert. Die Standardisierbarkeit – ein Sensor für viele Anwendun- gen – senkt die Gerätevielfalt und verringert den Wartungsaufwand. Zudem kann die Micropilotreihe den gesamten Scale-up von der Pilot- bis zur Produktionsanlage beglei- ten, da sie von einfachen Labor-IBCs bis hin zu großen Prozessbehältern konsistent dieselbe Messperfor- mance liefert. ITHERM SURFACELINE TM611 Gerade im Batterierecycling, wo aggressive Medien hohe Sicher- heitsansprüche bedingen, ist eine sichere und zuverlässige Tempera- turüberwachung entscheidend. Das iTherm SurfaceLine TM611 ermög- licht als nicht invasives RTD- oder Thermoelement-Thermometer eine präzise Messung ohne Eingriff in den Prozess und ohne zusätz- liche Leckagerisiken. Dank einer Messperformance vergleichbar mit einer invasiven Messung auch unter anspruchsvollen Bedingungen lie- fert es schnell stabile und genaue Werte. Ein eigens entwickeltes thermisches Kopplungselement sorgt für optimierte Wärme- übertragung zum Sensor für eine Messperformance, die Lösungen mit elektronischer Kompensation übertrifft.