29 Juni Auf dem Weg zur datengetriebenen Bahn
Die Digitalisierung der Schieneninfrastruktur erhöht den Bedarf an leistungsfähigen Verfahren zur Übertragung großer Datenmengen zwischen Zug und Systemlandschaft. Bei der Rail Data Transfer Challenge der DB InfraGo haben das schwedische Unternehmen Westermo und das französische IT-Unternehmen Eviden (Atos Group) dafür eine mmWave-basierte Lösung vorgestellt, die sich nach Angaben der Bahn im Wettbewerb gegen konkurrierende Ansätze durchsetzte.
An der von der DB Mindbox organisierten Challenge beteiligten sich zunächst 19 internationale Teams. Nach einer Konzeptphase und virtuellen Workshops mit Experten der Deutschen Bahn wurden drei Konsortien für Praxistests im westfälischen Minden ausgewählt. Dort bewertete die DB die Leistungsfähigkeit und Robustheit der drahtlosen Übertragungstechnologien unter vergleichbaren Betriebsbedingungen.
Hohe Datenmengen automatisiert übertragen
Hintergrund der Challenge ist die wachsende Datenmenge moderner Messzüge. Diese erzeugen täglich bis zu 10 TByte an Video-, Bild-, Sensor- und Infrastrukturdaten, die während kurzer Standzeiten zuverlässig und ohne manuelle Eingriffe übertragen werden müssen. Gesucht wurden daher skalierbare Lösungen für ein schnelles Train-to-Ground-Daten-Offloading in Abstell- und Wartungsbereichen.
Die prämierte Lösung kombiniert die mmWave-Funktechnologie von Blu Wireless für die Multi-Gigabit-Datenübertragung mit bahntauglicher Netzwerktechnik des Anbieters für industrielle Datenkommunikationslösungen Westermo. Eviden steuert die Vor- und Nachverarbeitung der Daten bei und sorgt für deren Aufbereitung sowie die Integrität der übertragenen Informationen.
Im Praxistest erreichte das System laut den Partnern Datenraten von bis zu 2,4 Gbit/s in einem einzelnen Datenstrom. Aufgrund hoher Bandbreiten und geringer Latenzen eignet sich die mmWave-Technologie insbesondere für die Übertragung großer Datenmengen innerhalb kurzer Zeitfenster.
Vom Test zum Proof of Concept
Nach Angaben der Projektpartner zeichnete sich die Lösung zudem durch eine automatisierte Datenübertragung, geringen manuellen Aufwand sowie eine skalierbare Architektur für den Einsatz an mehreren Standorten aus.
Nach dem Praxistest startet nun ein 100-tägiger Proof of Concept gemeinsam mit DB InfraGo und DB Mindbox. Dabei soll die Lösung weiter in den Bahnbetrieb integriert und unter realen Einsatzbedingungen validiert werden. Ziel ist ein späterer Einsatz in mehreren Depots und unterschiedlichen Zugflotten.
Quelle und Bild: www.westermo.com
Bildunterschrift: Das Team von Westermo, Eviden und Blu Wireless, das an der DB InfraGO Rail Data Transfer Challenge teilnimmt

