Technikforum Industrial IoT

Servoantrieb mit erweiterten Sicherheits­funktionen

Mit dem Servoantrieb ASDA-A3-EP adressiert Delta sicherheitskritische Bewegungsaufgaben in Maschinen und Anlagen. Er erfüllt laut Herstellerangaben die Normen IEC 61508 (SIL 3) und ISO 13849 (PL e) und integriert eine Safe-Torque-off-Funktion. Optional ergänzt eine Sicherheitskarte das Gerät um 13 weitere Sicherheitsfunktionen, darunter Safe Stop 1 (SS1), Safe Stop 2 (SS2) und Safe Operating Stop (SOS).

Der ASDA-A3-EP kommuniziert über EtherCAT und unterstützt Sub-Protokolle wie FoE, EoE und FSoE. Damit lassen sich sowohl Prozessdaten als auch sicherheitsrelevante Informationen mit hoher Übertragungsrate austauschen. FSoE stellt die sichere Übertragung sicherheitsgerichteter Daten über das EtherCAT-Netzwerk sicher. Zusätzlich verfügt der Antrieb über einen TCP/IP-Port sowie Anbindungsmöglichkeiten für IoT-Nodes. Diese Architektur erleichtert die Einbindung in bestehende Steuerungsstrukturen und erlaubt den Zugriff auf Diagnose- und Betriebsdaten.

Für Maschinenbauer und Integratoren eröffnet dies Spielraum bei der Auslegung verteilter Antriebsarchitekturen. Die Sicherheitsfunktionen lassen sich über digitale, kabelgebundene Signale aktivieren. Neben der integrierten STO-Funktion stehen mit der optionalen Karte unter anderem sichere Stoppfunktionen und sichere Überwachungsfunktionen zur Verfügung. Damit lassen sich Achsbewegungen kontrolliert abbremsen oder Positionen sicher halten, ohne externe Sicherheitsrelais oder zusätzliche Hardware einsetzen zu müssen.

Mit der Erweiterung reagiert Delta auf steigende Anforderungen an funktionale Sicherheit in der Automatisierung. Servoantriebe übernehmen in modernen Maschinen zentrale Aufgaben bei Positionierung, Dynamik und Prozessführung. Gleichzeitig müssen Konstrukteure Sicherheitsfunktionen enger in die Antriebstechnik einbinden, um normkonforme Gesamtlösungen zu realisieren.

Delta gibt an, die Plattform in enger Abstimmung mit Maschinenbauern aus Europa, Nordamerika und Asien entwickelt zu haben. Rückmeldungen aus realen Anwendungen seien in Spezifikation und Funktionsumfang eingeflossen. Für Forschung und Entwicklung ist diese Rückkopplung relevant, da sie Anforderungen aus Hochleistungsmaschinen – etwa in Verpackung, Werkzeugmaschinenbau oder Elektronikfertigung – direkt in die Antriebsauslegung überführt.

Neben der Sicherheit adressiert der Hersteller die Gesamtbetriebskosten. Moderne Steckverbinder im Antrieb sowie batterielose Motoren sollen Installationsaufwand und Wartung reduzieren. Eine vereinfachte Verkabelung verkürzt Inbetriebnahmezeiten und senkt Stillstandsrisiken. Gerade in modularen Maschinenkonzepten mit vielen Achsen beeinflusst die Verkabelungsstruktur den Montage- und Serviceaufwand erheblich.

Für Industrie 4.0-Umgebungen gewinnt zudem die durchgängige Datenverfügbarkeit an Bedeutung. Die Kombination aus Echtzeitkommunikation, sicherheitsgerichteter Datenübertragung und IoT-Anbindung erlaubt es, Betriebszustände zu erfassen und in übergeordnete Analyse- oder Condition-Monitoring-Konzepte einzubinden. Damit lässt sich der Antrieb nicht nur als Aktor, sondern auch als Datenquelle nutzen.

Die Markteinführung des ASDA-A3-EP unterstreicht den Trend, Sicherheitsfunktionen näher an die Antriebsebene zu rücken. Anstatt externe Sicherheitskomponenten nachzurüsten, integrieren Hersteller sicherheitsgerichtete Funktionen direkt in die Leistungselektronik. Das verkürzt Reaktionszeiten und vereinfacht die Validierung sicherheitsrelevanter Funktionen im Gesamtkonzept.

Weitere Informationen vom Hersteller

 

Quelle und Bild: www.delta-emea.com