Technikforum Industrial IoT

Joint Venture beschleunigt Digitalisierung in der Prozess­industrie

Um die digitale Transformation in der Prozessindustrie voranzutreiben haben Gea, ein Systemanbieter für die Nahrungsmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie mit Hauptsitz in Düsseldorf, und das rumänische Technologieunternehmen RebelDot ein strategisches Joint Venture gegründet. Das Joint-Venture-Unternehmen mit dem Namen ‚RebelDot Process Industries‘ wird den Partnern zufolge seinen Hauptsitz in Cluj, Rumänien, haben und im Januar 2026 den operativen Betrieb aufnehmen. Bei ihrer Kooperation konzentrieren sich die Partner nach eigenen Angaben auf spezialisierte Softwareentwicklungsleistungen, darunter Web-, Mobile- und KI-Lösungen, die gezielt auf die Anforderungen industrieller Kunden zugeschnitten sind.

Beschleunigte digitale Innovation

Gea wird seine Expertise in der Prozessindustrie mit der Software-Kompetenz von RebelDot verschmelzen, um Kunden aus der Prozessindustrie und dem Maschinenbau dabei zu unterstützen, digitale Lösungen schneller zu entwickeln, effizient zu skalieren und zuverlässig zu betreiben. Kunden sollen von kürzeren Entwicklungszyklen, höherer Effizienz und kostengünstigen Abläufen durch moderne DevOps-Praktiken profitieren. Gea hat nach eigenen Angaben zudem ein dediziertes Software-Engineering-Team bei RebelDot etabliert, das gemeinsam KI-basierte Lösungen entwickelt – darunter den Gea Copilot, der Wartungsteams der Kunden als digitaler Assistent bei Serviceaufgaben unterstützt. Tom Oelsner, Chief Digital Officer von Gea, erklärt: „Das Joint Venture ermöglicht es uns, unsere führende Branchenexpertise mit exzellenter Softwareentwicklung zu verbinden. Damit unterstreichen wir unseren Anspruch, die digitale Transformation der Prozessindustrie aktiv voranzutreiben und unseren Kunden einen erstklassigen Mehrwert zu bieten.“ Tudor Ciuleanu, CEO von RebelDot, betont: „Wir freuen uns sehr darauf, gemeinsam mit Gea die Zukunft digitaler Lösungen für die Prozessindustrie zu gestalten. Unsere Erfahrung als Innovationspartner, der nutzerzentriertes Design mit modernster Softwareentwicklung verbindet, schafft gemeinsam mit der globalen Reichweite und der tiefen Industrieexpertise von Gea starke Synergien für nachhaltige, kundenorientierte Lösungen.“

Open-Source-Strategie als Grundlage

Gea betreibt mit der Gea Cloud nach eigenen Angaben eine der größten industriellen Cloud-Plattformen der Prozessindustrie, die weltweit mehr als 10.000 Prozessanlagen verbindet. Die Kooperation mit RebelDot soll schnellere Entwicklungszyklen, höhere Agilität und den Zugang zu spezialisiertem Know-how ermöglichen – basierend auf der Open-Source-Software-Strategie des Unternehmens.
Anfang 2025 ist Gea nach eigenen Angaben der Eclipse Foundation beigetreten, einer unabhängigen Non-Profit-Organisation, die Zusammenarbeit und Innovation im Bereich Open-Source-Software fördert. Sowohl Gea als auch RebelDot Process Industries werden zukünftig Open-Source-fähigen Code entwickeln und sich aktiv in die Software-Community der Prozessindustrie einbringen.
Ein Beispiel hierfür ist das Projekt ‚Sealman‘, das Maschinenbauern einen Open-Source-IIoT-Konnektivitätsstack bereitstellt. Dieser ermöglicht es OEMs, sich auf die Entwicklung digitaler Kundenlösungen zu konzentrieren und gleichzeitig die Konnektivität ihrer Anlagen zu eigenen Cloud-Systemen zu standardisieren und zu vereinfachen. Auf Basis dieses offenen und kollaborativen Ansatzes soll das neue Joint Venture zum Partner für OEMs und Industrieunternehmen werden, die skalierbare, zukunftssichere Software für ein offenes digitales Ökosystem in modernen Produktionsumgebungen entwickeln.

Quelle und Bild: www.gea.com