Qualitätskontrolle für Messräder durch digitale Radiographie

Qualitätskontrolle für Messräder durch digitale Radiographie

Die fluoreszierende Farbeindringprüfung macht selbst Mikrorisse mit Hilfe einer UV-A Beleuchtung sichtbar. (Bildquelle: Kistler)

Die Kistler Gruppe bietet neben der Kalibrierung jetzt zusätzlich die RoaDyn Structural Integrity Inspection durch  zertifizierte Experten nach ISO 9712 an. Die digitale Radiographie zeigt auch kleinste Volumenfehler am Messrad, die durch hohe Beanspruchung bei Fahrzeugtests entstehen und das Messergebnis womöglich verfälschen könnten. Diese zuverlässige Überprüfung, kombiniert mit der fluoreszierenden Farbeindringprüfung, die Mikrorisse in der Oberfläche visualisiert, ermöglicht Herstellern der Automobilbranche einwandfreie Messqualität und erspart die Investition in eigene Qualitätsprüfungsprozesse.

Bauteilprüfung aus einer Hand

Messräder sind das Mittel der Wahl, um Messungen bei fahrdynamischen Kampagnen oder Betriebslasten, beispielsweise bei der Konstruktion neuer Bauteile, durchzuführen. Die Belastungen, die bei solchen Erprobungen auf Messräder wirken, entsprechen teilweise mehreren Fahrzeugleben – sie gehören daher zu den am stärksten beanspruchten messtechnischen Komponenten. Damit sie dennoch zuverlässig und sicher funktionieren, sind frühzeitige und regelmäßige Kontrollen der Messräder unerlässlich. Um abweichendes Sensorverhalten frühzeitig zu entdecken, werden die Messräder regelmäßig kalibriert. Kistler bietet parallel zur notwendigen Kalibrierung eine zerstörungsfreie Bauteilprüfung mit Hilfe zweier Prüfverfahren an: die digitale Radiographie und die fluoreszierende Farbeindringprüfung. Für die Radiographie werden Bauteile kurzwelliger elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt, wobei die Gammastrahlung die Elektronen im Kristallverband des Detektors anregt. Szintillation wandelt die Photonen direkt in Elektrizität um. Diese Daten werden digital aufgezeichnet. Je nach Grad der Schwärzung lässt sich auf dem Bild die unterschiedliche Materialdicke oder -dichte und damit auch Risse und Poren im Material erkennen.

Die zweite Prüfmethode, die fluoreszierende Farbeindringprüfung nach DIN EN ISO 3452-1, ist aufwändiger. Dabei wird eine Flüssigkeit auf der Oberfläche des Bauteils aufgetragen, die in die Oberflächenfehler des Werkstoffs eindringt. Eine anschließende Entwicklerschicht erzeugt eine Gegenkapillarität. Sie entzieht die in die Risse eingedrungene Flüssigkeit und macht selbst Mikrorisse mit Hilfe einer UV-A Beleuchtung sichtbar. Diese intensive Kontrolle der Messräder nach der Kalibrierung sorgt nicht nur für die Sicherheit der Bauteile, auch die an der Fahrzeugerprobung beteiligten Mitarbeiter vermeiden dadurch womöglich Unfälle.